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Ein Bild des Malers Erich Klahn unter der Empore





Reiter und Drache im Kampf:
Das Bild vom Heiligen Georg

Götz Hachtmann hat unserer Gemeinde das Bild „Heiliger Georg“ des Celler Malers Erich Klahn als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Sie können es in der Bonifatiuskirche unter der Empore sehen.

Erich Klahn hat intensiv mit dem Klein Hehlener Architekten Rüdiger Hachtmann, dem Vater von Götz Hachtmann, zusammengearbeitet. „Erich Klahn (Jahrgang 1901, verstorben 1978) und mein Vater (Jahrgang 1909, verstorben 1994) waren beide auf Ihre Art und Weise „Suchende“, sagt Götz Hachtmann. „Die Leihgabe des „Heiligen Georg“ von Erich Klahn dient auch dazu, dass dieses Werk des Celler Malers einer breiteren Öffentlichkeit als Gebrauchswert ganz im Sinne Klahns und meines Vaters zur Betrachtung zugänglich gemacht wird.“

Der Inhalt der Georgslegende lässt sich kurz so wiedergeben: In Libyen bedrohte ein wütender Drache eine Stadt. Das Untier konnte nur dadurch davon abgehalten werden, alles zu vernichten, indem man ihm von Zeit zu Zeit eine Jungfrau überantwortete. Eines Tages fiel das Los auf die Tochter des Königs. Vor dem Stadttore begegnete ihr der Ritter Georg, Der sah die neugierige Menge, die sich auf der Stadtmauer drängte, und das von allen Menschen verlassene Mädchen, das sich für jene aufopfern wollte. Da erkannte er seine Ritterspflicht und griff das alsbald mit schaurigem Schnaufen erscheinende Ungeheuer beherzt an und streckte es nach kurzem Kampf nieder. Der König bot Georg zum Lohne unermessliche Schätze an. Doch der schlug alles ab, wohl wissend, dass ihm jedes Streben nach Gold seine ritterliche Kampfeskraft nehmen würde und zog wieder seines Weges.


Einer großen Ikone gleich

Gemälde von Erich Klahn aus dem Jahr 1959, Öl auf Holz, 1,50 x 1,50 m, Auszug aus dem Ausstellungskatalog Erich Klahn „Sakrale Gemälde“ vom Mai bis Oktober 2004 von Prof. Melanie Luck von Claparede. „Einer großen Ikone gleich ist das Bild mit Goldgrund gestaltet und reiht sich in die Nachfolge der goldenen Altäre von Celle und Bad Eilsen. Die komplizierte Figuration von Heiligem Reiter, seinem Pferd, dem Drachen und der Königstochter folgt fast flächenfüllend der quadratischen Bildform.

Lesen wir das Bild von links nach rechts, so wirkt die kleine Hintergrundgestalt der Prinzessin, mit betend zusammengelegten Händen, die großen Augen auf den heiligen Retter gerichtet, vom stacheligen Drachenschwanz umzingelt, wie eine Maria im Strahlenkranz, wie die Apokalyptische Frau. Betont wird dieser Eindruck durch den verklärenden, helleren Goldgrund, vor dem auch am linken Bildrand das Kleeblatt, sakrales Sinnbild des Dreifaltigen Gottes, leuchtet.

Vor dieser ruhigen Erscheinung sprengt der Drachenkampf fast den Rahmen. Und doch ist das Geschehen kompositionell wohl austariert und im klassischen Chiasmus sich kreuzender Diagonale dynamisch gestaltet: Im linken unteren Bildwinkel formulieren Pferdehuf und Drachentatze den Anfang einer Diagonalen, die über Pferdehinterhand und Georgskörper verläuft, parallelisiert wird vom Pferdekopf, und in dessen Mähne im rechten oberen Bildrand endet.

Diese machtvolle, körperlich plastische Diagonale, wird gekreuzt von einer energetischen, eher linearen, die als imaginäre Linie ausgelöst wird von dem Blick der kleinen Frauenfigur, und direkt mündet in dem hellen Schwert, das der Heilige kraftvoll in den geöffneten Drachenrachen mit der roten züngelnden Zunge stößt. Und man empfindet diesen Todesstoß als weitere imaginäre Linie durch den Körper des Ungeheuers bis zur Tatze in der rechten unteren Bildecke.


Kampf gegen das Böse

Die Dramatik des Geschehens wird gleichwohl sublimiert durch die ornamentale Detailschilderung im „Gefieder“ des Drachen, im Pferdeschweif, Drachenschwanz und in der körperlichen Unklarheit des gesamten Figurenkomplexes. Unter diesem formalen Gesichtspunkt und vor dem Goldgrund gerät der Drachekampf des Heiligen Georg zum Sinnbild für den Kampf gegen das Böse.

Die Befreiung der Königstochter in dieser Gestaltung rückt den gesamten Bildkomplex in Parallele zum Drachenkampf des Erzengels Michael und dessen Errettung der Apokalyptischen Frau. Die geistesgeschichtlichen Beziehungen zwischen Georg – Jürgen und Michael haben besonders in der spätmittelalterlichen Kunst des Nordens ihren Niederschlag gefunden.“


 

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